Wut auf den RängenManuel Neuer muss Bayern-Fans beruhigen
Was für eine bittere erste Hälfte im Champions-League-Rückspiel, die der FC Bayern gegen Paris Saint-Germain erlebt: Der deutsche Meister gerät früh in Rückstand, dann wird es hitzig. Am Ende steht das Aus für den Bundesligisten.
Der FC Bayern München kämpfte hart um den Einzug ins Endspiel der Champions League - und am Ende vergeblich: Das spektakuläre Halbfinal-Hinspiel bei Paris Saint-Germain ging 4:5 verloren, im Rückspiel kassierte der deutsche Rekordmeister bereits in der 3. Minute das bittere Gegentor zum 0:1 durch Weltfußballer Ousmane Dembélé. Doch als der Schock über den frühen Rückschlag schon überwunden schien und der deutsche Rekordmeister immer besser ins Spiel kam, zog Schiedsrichter Joao Pinheiro die Wut des FC Bayern auf sich.
Zunächst entschied der Portugiese bei einem Handspiel des bereits mit Gelb verwarnten Nuno Mendes auf Freistoß für PSG, weil er zuvor ein Handspiel von Bayern-Profi Konrad Laimer gesehen haben wollte. "Die Bayern wurden in einer spielentscheidenden Situation benachteiligt", sagte DAZN-Experte Sami Khedira in der Halbzeit. Das sichtbar absichtliche Handspiel Nuno Mendes' hätte den Platzverweis für den Portugiesen zur Folge haben müssen. "Eine krasse Fehlentscheidung", schimpfte Khedira.
Wenige Augenblicke später bekam der Pariser Verteidiger Joao Neves den Ball im eigenen Strafraum bei einem Klärungsversuch an den abgespreizten Arm. Pinheiro verzichtete auf den Elfmeterpfiff - im Einklang mit der Auslegung der Handregel, wonach ein Befreiungsschlag durch einen Mannschaftskollegen nicht zu einem Strafstoß führt. Die Bayern-Profis wüteten, Pinheiro blieb in seinem erst 15. Champions-League-Spiel allerdings stoisch und sortierte die Situation.
Pinheiro ist kein Fan von PSG
Die Bayern-Fans ließen sich aber nicht besänftigen: Bei einer anschließenden Ecke bewarfen sie den Eckenschützen Dembélé derart ausdauernd, dass Bayern-Torhüter Manuel Neuer aus seinem Tor eilen musste, um die Münchener Anhänger zu besänftigen. Neuer stürmte auf die Ecke zu, aus der Becher und andere Gegenstände auf den PSG-Angreifer niederprasselten und gab den eigenen Fans gestenreich zu verstehen, dass man angesichts des Rückstands nicht noch mehr Zeit zu verlieren habe. Zuvor hatte Neuer mit einer Weltklasse-Parade gegen einen Kopfball von Joao Neves das 0:2 verhindert.
Die Fans folgten der Aufforderung ihres Kapitäns, Dembélé konnte seine Ecke ausführen. Sie blieb folgenlos. Kurios: Während Pinheiro auf dem Gang in die Kabine noch Bayern-Torjäger Harry Kane seinen ausgebliebenen Elfmeterpfiff erklärte, war schon der Wikipedia-Eintrag des Schiedsrichters geändert worden: Dort war zwischenzeitlich zu lesen, der 38-Jährige sei Fan von PSG. Mittlerweile wurde das schon entfernt.
Am Ende konnte der FC Bayern das frühe Gegentor nicht mehr entscheidend reparieren: Harry Kanes Ausgleichstreffer tief in der Nachspielzeit war zu wenig, um die Hypothek aus dem Hinspiel auszugleichen.
